Das Unding Geldumlauf

Das Wort „Geldumlauf“ ist in einem Schuldgeldsystem ein Unding, das vermutlich aus der Zeit des Goldgeldes stammt, und das von unbedarften Ökonomen unbesehen übernommen wurde.
In einem Schuldgeldsystem läuft das Geld nicht um.
Wenn Geld “ausgegeben” wird, landet es entweder auf einem anderen Guthabenkonto, womit sich die Geldmenge nicht ändert,
oder aber es landet auf einem Schuld-Kontokorrent, wo das Geld vernichtet wird, wodurch die Geldmenge fällt.
Soll die Geldmenge dennoch gleich bleiben, muß neues Geld durch Kredit in Verkehr gebracht werden.
Oft hört man, dass die ominöse Geldumlaufgeschwindigkeit sich verlangsame, was verheerend sei und angeblich eine Deflation zu befürchten sei.
Um den Trend zu stoppen und umzukehren, müsse man die Geldmengen erhöhen.
Man müsse nach Wegen suchen, damit die Banken mehr Geld verleihen, die Unternehmen mehr investieren und die Konsumenten noch mehr und schneller konsumieren.
Woran erkennbar wird, dass „Geldumlaufgeschwindigkeit“ ein Begriff ist, der zu falschen Schlüssen führt!
Denn diejenigen, die die sinkende „Geldumlaufgeschwindigkeit“ beklagen, haben nicht verstanden, warum das so ist.
Die sogenannte Geldumlaufgeschwindigkeit berechnet sich BIP (resp. BNE) : Geldmenge.
Wenn also die Geldmenge steigt, fällt logischerweise die “Geldumlaufgeschwindigkeit”, denn 100 : 10 = 10; 100 : 20 = 5; die Geldmenge hat sich also verdoppelt (10 => 20), die “Geldumlaufgeschwindigkeit” hat sich dementsprechend halbiert (10 => 5).
Merke: Bei steigender Geldmenge und gleichbleibendem BIP/BNE fällt die sogenannte “Geldumlaufgeschwindigkeit”.
Dass die Geldmenge laufend gestiegen ist, sieht man z.B. hier.
Wen kann es da noch erstaunen, wenn die ominöse „Geldumlaufgeschwindigkeit“ sinkt?
Und um das umzukehren, soll man die Geldmenge noch mehr erhöhen?
Dass der Begriff „Geldumlaufgeschwindigkeit“ ein Unding im schuldgeldbasierten System ist, erscheint nur denjenigen, die vom Geldsystem nicht allzu viel verstehen, rätselhaft.

Autor: Oeconomicus criticus

Vertiefende Gedanken zum Thema „Geldumlauf“ finden Sie hier.