Wie Geschäftsbanken Buchgeld in Verkehr bringen

Die Erklärungen auf dieser Seite richten sich an Laien ohne jedes Wissen von Buchhaltung und Bilanzen.

Am Beispiel eines Hauskaufes kann auch der Laie nachvollziehen, wie eine Geschäftsbank neues Schuldgeld in Verkehr bringt. Das Prinzip ist bei jedem anderen Kredit das gleiche.

1. Schritt
Der Hausverkäufer verkauft das Haus an den Hauskäufer.

2. Schritt
Der Hauskäufer schliesst einen Kreditvertrag mit der Geschäftsbank ab.

3. Schritt
Der Hauskäufer lässt eine Grundschuld in das Grundbuch des erworbenen Grundstücks zu Gunsten der kreditierenden Bank eintragen.

4. Schritt
Das Grundbuchamt bestätigt der Bank die Eintragung der Grundschuld zu ihren Gunsten. Diese verbucht den Kredit als ihr Guthaben, denn ab sofort hat sie beim Käufer des Hauses ein Guthaben in Höhe des Betrages, welcher dem Käufer zum Erwerb des Hauses fehlte. Als Kreditnehmer hat dieser bei der Bank eine Schuld, besitzt dafür aber das Haus.

5. Schritt  Achtung, jetzt wird es wichtig!
Gleichzeitig bucht die Bank dem Verkäufer des Hauses eine Gutschrift in Höhe des Betrages, welcher dem Käufer zum Erwerb des Hauses fehlte, auf dessen Konto.
Der Hausverkäufer besitzt nun ein Guthaben bei der Bank in Form von Buchgeld.

Dies aber bedeutet nichts anderes, als dass die Bank ihm Bargeld schuldet! Mit dieser Schuld der Bank gegenüber dem Hausverkäufer ist neues Schuldgeld (Giralgeld) in Verkehr gebracht worden.

Es ist also eine Schuld der Bank, die neues Schuldgeld „entstehen“ ließ.

Auf den inzwischen sehr populären Begriff „Geldschöpfung“ wird verzichtet, weil dieser dem Leser suggeriert, Geld würde aus dem Nichts in einer Art „Schöpfungsakt“ erzeugt.
Dies ist definitiv nicht der Fall.
Die korrekte Beschreibung für den Vorgang ist „Geld in Verkehr bringen“.