Neusprech

Bei der sogenannten „Geldschöpfung“ wird langfristig gebundenes Kapital zu Geld gemacht.
Dies geschieht in der Regel durch Beleihung des Kapitals.
Mit dem korrekten Ausdruck „Geld verleihen“ könnte man keine Katze hinter dem Ofen hervorlocken.
Mit dem orwellschen Neusprech „Geld schöpfen aus dem Nichts“ hingegen tritt man einen nicht existierenden Skandal los.
Weder das Wort „Geld“ stimmt, denn es müsste „Buchgeld“ heißen, noch trifft das Wort „schöpfen“ die Sache.
Vielleicht wäre der Ausdruck „Buchgeld schaffen“ statt „Verpflichtung eingehen“ noch erträglich, aber keinesfalls „schöpfen“!
Denn das aus Religionen entliehene Wort „Schöpfung“ bezeichnet einen unerklärlichen Vorgang, welcher wohl je nach Bedarf die Assoziation von „gottähnlich“ oder „dämonisch“ hervorrufen soll.
Außerdem wirkt er mystifizierend und untermauert die Floskel „aus dem Nichts“.
So gaukelt man den Menschen vor, dieser Vorgang sei unerklärlich, was den Machtanspruch aus dem Wissensvorsprung und der gottähnlichen Schöpfergewalt legitimiert.
Und der Ausdruck „aus dem Nichts“ ist aus dem Nichts frei erfunden.
Wie wir gezeigt haben, ist Geld eine Schuld einer Bank.
Wenn die Propagandisten nun ihren Slogan „Geldschöpfung aus dem Nichts“ korrekt ändern würden in „Schuldanerkennungsschöpfung aus dem Nichts“, begännen vermutlich viele, und das zu recht, an deren geistiger Gesundheit endlich wenigstens zu zweifeln.
„Geldschöpfung aus dem Nichts“ kann man nur so verstehen, dass dieses (Buch-!) Geld vorher nicht bestanden hat.
Alles andere ist Humbug.
Es dürfte allerdings jedem einleuchten, dass eine Schuldanerkennung nicht bestanden hat, solange sie nicht ausgestellt wurde.
Das ist eine Binsenweisheit.
Daher sagt die Aussage „Geldschöpfung aus dem Nichts“ nichts aus und es zeigt sich, dass sie reine Propaganda ist.
Weshalb also nicht einfach „Geldverleih“ statt „Geldschöpfung aus dem Nichts“?
Weil der Skandal dann keiner mehr wäre.

(frei nach Oeconomicus criticus)