Definitionen für den Begriff Geld beschränken sich regelmäßig auf die Beschreibung von dessen Funktionen. Von der Zahlungsmittelfunktion ist die Rede, von der Wertbewahrungsfunktion und von der Wertmess- und Recheneinheitsfunktion.
Das alles mag stimmen, nur beantwortet es nicht die Frage, was Geld letztendlich IST!
In anderen Definitionen werden Erscheinungsformen des Geldes aufgeführt, Begriffe wie Bargeld, Münzgeld, Notengeld und Buchgeld werden genannt.
Aber auch das beantwortet die Frage, was Geld IST, nicht.
Dabei ist die Definition vom dem, was Geld IST, bereits der Schlüssel zu dessen Verständnis:
Geld IST Schuld.*

Was dem Laien anfangs völlig unverständlich ist, mündet spätestens dann in ungläubigem Staunen, wenn ihm durch die Deutsche Bundesbank erklärt wird, dass Geschäftsbanken Geld durch Kreditvergabe erzeugen. Mit anderen Worten: Geschäftsbanken erzeugen Geld als Schuld!
Dies und viele andere interessante Informationen erhält der interessierte Leser in der Broschüre „Geld und Politik„, herausgegeben von der Deutschen Bundesbank in 2015.

 

 

 

*mit Ausnahme von Warengeld wie Gold und Silber

Wie alles anfängt
Herr Verkäufer hat ein Haus geerbt und möchte dieses verkaufen.
Familie Käufer ist begeistert: „200 000 Euro für so ein Traumhaus!? Schade, dass wir soviel Geld nicht haben! Wer hat schon Ersparnisse in dieser Höhe?“
„Wieviel Geld haben Sie denn?“, fragt Herr Verkäufer, der nicht erwartet hatte, einen solch hohen Verkaufspreis erzielen zu können.
„Na ja, so um die 80 000 Euro werden es wohl sein,“ antwortet Frau Käufer.
„Aber dann werden Sie das fehlende Geld doch leicht bekommen können“, freut sich Herr Verkäufer, „wozu gibt es schließlich Banken?“

Man kann ja mal fragen
Und so gehen Frau und Herr Käufer zu Frau Sparkasse und fragen dort wegen eines Kredites an. Und weil sie natürlich wissen, dass man einen Kreditvertrag nicht bei der erstbesten Bank abschließt, sondern bei der mit den niedrigsten Zinsen, gehen sie auch zu Herrn Geschäftsbank und bitten diesen ebenfalls um ein Angebot für einen Kredit.
Bereits wenige Tage später liegen die Angebote von Frau Sparkasse und Herrn Geschäftsbank vor und Familie Käufer erkennt schnell, dass das Angebot von Herrn Geschäftsbank das bessere ist. Weniger Zinsen, das sieht doch jeder!

So einfach ist das nicht
Schon am nächsten Tag sitzen Frau und Herr Käufer bei Herrn Geschäftsbank im Büro. „Jetzt, wo wir uns einig sind, sollte es doch ganz schnell gehen, das mit dem Kredit, oder?“ Herr Geschäftsbank schüttelt lächelnd den Kopf: „Bevor wir Ihnen den Kredit einräumen können, müssen wir sicher sein, dass wir unser Geld von Ihnen auch wiederbekommen. Sie verstehen?“ Die Käufers verstehen nicht. „Aber wir haben Ihnen doch unsere Einkommensnachweise, eine Aufstellung unserer Vermögensverhältnisse und vieles mehr vorgelegt? Und Sie haben uns erklärt, das sähe alles prima aus! Vor allem, so Ihre Worte, wäre es sehr gut, dass wir soviel eigenes Geld für den Kauf zur Verfügung hätten, weil Ihre Bank maximal 60% des Kaufpreises finanzieren würde und wir somit nur 120 000 Euro benötigen würden. Was denn nun noch?“
Herr Geschäftsbank lächelt. “ Sie müssen uns das Haus, welches wir für Sie finanzieren, als Sicherheit hinterlegen! Solange Sie Ihren Verpflichtungen nachkommen, den Kredit samt Zinsen zurück zahlen, ist das für Sie ohne jede Bedeutung! Sollte aber etwas dazwischen kommen, ein Unfall, eine Krankheit oder eine Scheidung, und Sie können Ihre Raten nicht mehr zahlen, dann haben wir Ihr Haus als Sicherheit und können dieses verkaufen, um unser Geld, trotz der eingetretenen Probleme, zuverlässig und vollständig zurück zu erhalten.“
Spätestens beim Hinweis auf eine mögliche Scheidung haben Käufers aufgehört zu lächeln. Das Haus als Sicherheit bei der Bank? Wie soll das gehen? Schließlich wollen Frau und Herr Käufer so schnell es geht darin wohnen, und jetzt das?
Herr Geschäftsbank lacht: „Natürlich wollen und können wir Ihr Haus nicht bei uns in den Keller stellen! Was Sie einfach machen müssen, ist Folgendes: Sie gehen zu einem Notar und bitten diesen, in das Grundbuch des Hausgrundstücks eine Grundschuld in Höhe des Kreditbetrages eintragen zu lassen, um den Sie mich gebeten haben, also eine Grundschuld in Höhe von 120 000 Euro. Weil Sie das Geld von mir haben möchten, und nicht von Frau Sparkasse, lassen Sie die Grundschuld bitte zu meinen Gunsten eintragen. Das geschieht auf Antrag des Notars beim Grundbuchamt. Wenn das geschehen ist, erstellt das Grundbuchamt eine „Grundschuldurkunde“ im Wert von 120 000 Euro.
Diese Grundschuldurkunde schickt das Grundbuchamt Ihrem Notar und dieser übergibt sie mir. Diese Grundschuldurkunde, die ein Wertpapier ist, kann ich leicht in meinen Safe legen und als Sicherheit für Ihren Kredit einlagern. Sie können in Ihr Haus einziehen, ich habe eine Sicherheit!“

Wie war das mit der Grundschuldurkunde?
Frau und Herr Käufer hatten nicht wirklich alles verstanden, vor allem nicht das mit dem „Wertpapier“, aber dass sie zu einem Notar gehen müssten und dass der wissen würde, was zu tun sei, das schien klar. Also auf zum nächsten Notar! Tatsächlich geht dann alles sehr schnell. Der Notar erklärt Ihnen noch einmal, was auch Herr Geschäftsbank ihnen erzählt hatte und lässt Sie etwas unterschreiben. „Sehr schön, Familie Käufer, damit kann ich jetzt die Eintragung der Grundschuld und die Ausstellung der Grundschuldurkunde beim Grundbuchamt veranlassen. Wenn mir die Grundschuldurkunde in Höhe von 120 000 Euro vorliegt, werde ich mich noch einmal vergewissern, dass die Grundschuld zu Gunsten von Herrn Geschäftsbank eingetragen wurde. Wenn alles in Ordnung ist, teile ich das Herrn Geschäftsbank mit. Dann steht Ihrem Kredit nichts mehr im Wege!“
Familie Käufer ist zufrieden.
Jetzt sollte es ganz schnell gehen, mit dem Kredit, oder?

Woher kommt das Geld?
„Wann können wir das Geld denn haben, Herr Geschäftsbank?“
Dieser lächelt, wie er eigentlich immer zu lächeln scheint. „Sobald mir die Grundschuldurkunde vorliegt, bzw. sobald mir Ihr Notar bestätigt, dass er diese Urkunde vorliegen hat, kann ich Ihnen den Kredit geben und das Geld dem Konto von Herrn Verkäufer gutschreiben.“
Frau und Herr Käufer sind zufrieden. Schon bald würde Herr Geschäftsbank Ihnen das Geld von Menschen zur Verfügung stellen, das andere Menschen, wie zum Beispiel ihre Nachbarn, das Ehepaar Sparer, bei Herrn Geschäftsbank auf ihrem Sparkonto liegen haben!
Natürlich würden Käufers etwas höhere Zinsen zahlen, als die Familie Sparer von Herrn Geschäftsbank erhält, aber das ist doch normal!
„So funktioniert das Geschäft einer Geschäftsbank doch schließlich, oder?“
Herr Geschäftsbank lächelt.
Und schweigt.

Mein Geld bekommen die nicht!
„Und dann haben sie noch erzählt, sie würden das Geld von meinem Sparkonto erhalten, um sich diese Bruchbude kaufen zu können!“
Herr Sparer schäumt vor Wut.“ Sie, Herr Geschäftsbank, haben mir gesagt, mein Erspartes sei bei Ihnen sicher. Und nun wollen Sie mein Geld den Käufers geben? Von mir bekommen die nichts!“
Herr Geschäftsbank lächelt.
„Lieber Herr Sparer, bleiben Sie ruhig! Natürlich sind Ihre Ersparnisse auf Ihrem Konto bei meiner Bank sicher! Wo kämen wir denn hin, wenn ich tatsächlich das Geld meiner Kunden an andere Kunden verleihen würde?“
Herr Sparer guckt verständnislos. “ Aber haben Sie mir nicht gesagt, mein Geld würde bei Ihnen für mich arbeiten?“
„Das schon,“ lacht Herr Geschäftsbank, „aber haben Sie Geld schon einmal mit der Schippe in der Hand arbeiten sehen? Keine Sorge, Ihr Geld muß Ihr Konto nicht verlassen, um sich zu vermehren!“
Herr Sparer ist erleichtert.
„Ich habe mich sowieso schon immer gefragt, wie meine Ersparnisse an andere Menschen verliehen werden sollen, ohne dass das Geld auf meinem Konto fehlt?! Aber glauben nicht alle Menschen, dass Banken so funktionieren?“
„Ich nicht!“ sagt Herr Geschäftsbank.“Ich nicht!“
Und lächelt.

Bürokratie
Weil dies hier eine gute Geschichte ist, geht jetzt alles ganz schnell. Das Grundbuchamt trägt die Grundschuld zu Gunsten von Herrn Geschäftsbank in das Grundbuch des zukünftigen Grundstücks von Familie Käufer ein, stellt die Grundschuldurkunde im Wert von 120 000 Euro aus und schickt diese dem Notar. Dieser vergewissert sich, dass die Grundschuld für Herrn Geschäftsbank korrekt eingetragen wurde, indem er vom Grundbuchamt einen sogenannten Grundbuchauszug anfordert. Tatsächlich ist alles wie gewünscht, der Notar bestätigt dies Herrn Geschäftsbank und händigt ihm die Grundschuldurkunde aus. Familie Käufer bekommt von all dem nicht viel mit, sieht man einmal von der Rechnung des Notars und der des Grundbuchamtes ab, die es zu bezahlen gilt.

Es werde Zentralbankgeld
Die Grundschuldurkunde, ein Wertpapier mit einem Wert von 120 000 Euro, wandert in den Safe von Herrn Geschäftsbank, der wegen der Unterschrift von Familie Käufer jetzt Besitzer der Grundschuldurkunde ist. Das ist er allerdings nicht lange. Denn kaum ist die Grundschuld für Herrn Geschäftsbank eingetragen und die Urkunde in seinem Safe, verkauft er diese an Frau Zentralbank, mit der er von Anfang an vereinbart, dass er diese wieder zurück kaufen kann.
Frau Zentralbank erhält die Urkunde und gerät dadurch in eine Schuld gegenüber Herrn Geschäftsbank.
Dieser erhält als Quittung dieser Schuld die Banknote bzw. eine Gutschrift auf seinem Zentralbankkonto, von dem er jederzeit Banknoten abheben kann.
(Weil Herr Geschäftsbank regelmäßig Grundschuldurkunden und andere Wertpapiere an Frau Zentralbank verkauft und diese dadurch in eine Schuld bringt, hat er bei ihr ein Konto. Auf diesem sammeln sich einerseits die Wertpapiere als Guthaben für Herrn Geschäftsbank, andererseits die Quittungen, mit denen Frau Zentralbank die Schulden an Herrn Geschäftsbank quittiert, das Geld.
Herr Geschäftsbank hat ein Guthaben an Notenbankgeld, über das er bei Bedarf verfügen kann, solange er Wertpapiere an Frau Zentralbank verkaufen kann.)

Es werde Geschäftsbankgeld
Herr Geschäftsbank ist jetzt im Besitz von 120 000 Euro Zentralbankgeld. Viel hätte er für den Kredit von Familie Käufer gar nicht gebraucht, aber was man hat, hat man.

Ende gut, alles gut.
Familie Käufer weiß von all dem nichts.
Sie erhält wenige Tage, nachdem sie ihre Unterschrift unter den Kreditvertrag geleistet hat, einen Anruf von Herrn Geschäftsbank, in dem dieser ihr die freudige Mitteilung macht, dass ihr Kredit bewilligt sei.

Alle sind zufrieden:
Familie Käufer hat das Haus und einen Kredit bei Herrn Geschäftsbank.
Herr Geschäftsbank hat eine Grundschuld und ein Guthaben bei Familie Käufer.
Herr Verkäufer hat ein Guthaben bei Herrn Geschäftsbank und wird zu dessen Gläubiger.

Das alles wird verständlicher, wenn man sich Folgendes vergegenwärtigt:
1. Familie Käufer hat bei Herrn Geschäftsbank eine Schuld.
2. Herr Verkäufer hat bei Herrn Geschäftsbank ein Guthaben.

Aus der Schuld von Familie Käufer wurde das Geld von Herrn Verkäufer.
Schuldgeld.

Herr Geschäftsbank erwartet ab sofort die regelmäßige Zahlung der vereinbarten Kreditraten von Familie Käufer. Plus Zinsen.
Und lächelt.

Fortsetzung folgt…

Schulden, nichts als Schulden
Fassen wir noch einmal zusammen:
Herr Geschäftsbank erhält von Familie Käufer die Grundschuld, wodurch Familie Käufer Herrn Geschäftsbank in eine Schuld bringt.
Durch den Verkauf der Grundschuld an Frau Zentralbank, gerät diese in eine Schuld, die sie mit einem Guthaben an Banknoten zu Gunsten von Herrn Geschäftsbank ausgleicht.
Und Herr Verkäufer? Dem schreibt Herr Geschäftsbank den Kaufpreis von 120 000 Euro auf seinem Konto gut, womit Herr Geschäftsbank bei Herrn Verkäufer in eine Schuld gerät.
Diese Schuld ist besonders schwer zu verstehen.
Worin besteht diese?
Ganz einfach: Herr Geschäftsbank verspricht mit der Gutschrift von 120 000 Euro auf dem Konto von Herrn Verkäufer, diesem auf Verlangen 120 000 Euro Zentralbankgeld bzw. Banknoten auszubezahlen.
Bis Herr Verkäufer diese Auszahlung verlangt, sind die 120 000 Euro Guthaben auf seinem Konto nicht mehr, als eine Quittung dafür, dass Herr Geschäftsbank ihm diese Banknoten schuldet.
Allerdings sind diese 120.000 Euro Guthaben auf dem Konto von Herrn Verkäufer Geld, sogenanntes Buchgeld, während die Zahlen auf dem Konto von Käufers kein Geld sind, sondern Kredit.

Merke: Geldscheine sind nichts anderes als Schuldscheine einer Zentralbank, welche im Unterschied zu Buchgeld unkompliziert, jeglicher Überwachung weitestgehend entzogen und unabhängig von Strom handelbar sind. Notengeld besitzt damit die höchste Verkehrsfähigkeit.

Ein Guthaben bedingt anderseits eine Schuld, denn sonst wäre es ja kein Guthaben. Das Wort Guthaben drückt aus, dass man etwas zugut hat. Wer etwas zugut hat, besitzt eine Forderung, er hat einen Anspruch. Man kann Geld vielleicht etwas umständlich, aber wohl korrekt, definieren als anteiliges Recht eines Schuldners, sein Pfand oder ein Pfandrecht auszulösen resp. von der Bank zurückzufordern2 – Geld ist die „Verbriefung“ eines Wertes. Nein, nur Bargeld; Buchgeld ist keine Verbriefung, sondern die Quittung – eine Empfangsbestätigung resp. der Kontoauszug eine Urkunde/Schuldanerkennung Dieser Wert wird hinterlegt oder verpfändet bei an einer Bank, worauf die Bank die Schuld auf Rückgabe dieses Wertes anerkennt oder verbrieft in einem Guthaben resp. einer Banknote. Wird die Schuld beglichen mittels Buchgeld oder der „Brief“ zurückgegeben, kann der Wert resp. das Pfand wieder ausgelöst werden. Geld ist in einem Schuldgeldsystem also immer eine SCHULD einer Bank, der Kaufmann spricht von Fremdkapital der Bank. Das sollten sich insbesondere auch gewisse Wirtschaftsprofessoren hinter die Ohren schreiben, die diese Banalität längst wieder vergessen haben und daher krudeste Theorien verbreiten! Dr. Marc Meyer bezeichnet Geld zu Recht als „Quittung für geleistete Arbeit“. Geld wurde schon oft versucht zu definieren, meist wurden dann die Funktionen aufgezählt. Ich denke, wir können uns daher getrost darauf einigen, Geld auch als Forderung oder Anspruch gegenüber einer Bank zu bezeichnen3+4, denn Geld ist ein Guthaben5+6. Geld (Geld allgemein = Guthaben eines Bankgläubigers) ist klar zu unterscheiden von einem Geldschein, der bloss die Urkunde das Wertpapier ist, die das das Recht der Geschäftsbank auf diese Forderung gegenüber der Zentralbank verbrieft.
Habe den letzten Satz nun korrigiert wie folgt:
Die Mehrzahl der Begriffsdefinitionen auf dieser Seite wurden inhaltlich, mitunter auch wörtlich, von der Seite „Geldsysteminfo“ übernommen.

Geld (= Bankguthaben) ist klar zu unterscheiden von einem Geldschein, der das
Wertpapier ist, das das Recht auf eine
Forderung verbrieft.

Es stellt sich die Frage, was zuerst da war? Das Notengeld, also die Quittung für eine Schuld, oder das als „Pfand“ bei der Zentralbank hinterlegte Wertpapier?
An die einzig mögliche Antwort sollten Sie sich erinnern, wenn Ihnen jemand publikumswirksam von einer „Geldschöpfung aus dem Nichts“ erzählt, wie es auch in den von mir verlinkten, sehr populären Filmen der Fall ist.