Geld ist kein Gold

Sollten Sie den Film „Fabian der Goldschmied“ gesehen haben, dann haben Sie womöglich bemerkt, dass dieser einen elementaren Fehler enthält.
Nicht?
Dann passen Sie jetzt gut auf.
Wenn im Film gesagt wird, dass die von der Bank herausgegebenen Zettel Lagerscheine für Gold sind, dann ist dagegen nichts zu sagen.
Solange das Gold gelagert ist.
Doch dann redet man plötzlich von Geld und gibt dieses einfach zehnfach raus.
Weshalb wechselt man jetzt plötzlich von Gold auf Geld?
Gold ist Warengeld, eine Sache, materiell, und somit etwas ganz, ganz anderes als Geld.
Geld ist eine Forderung, ein Recht, und somit immateriell.
Wenn die Bank hinterlegtes Gold verleiht, begeht sie Veruntreuung, weil sie das ihr anvertraute, also fremdes Eigentum verleiht.
Wenn die Bank allerdings ihr eigenes Bargeld verleiht, ist das ihre Sache, da ist nirgends etwas von Veruntreuung zu erkennen!
Wenn Sie Bargeld auf Ihr Konto einzahlen, gehört das Bargeld der Bank und nicht mehr Ihnen, denn Sie haben jetzt nur noch eine Forderung, einen Anspruch auf Bargeld.
Anders wäre es, wenn Sie das Bargeld zur Aufbewahrung übergeben würden.
Geld ist kein Gold, Geld ist ein Recht.
Gold ist eine Ware.
Beides gleichzusetzen ist ein Fehler.
Denn natürlich darf die Bank ihr Eigentum ohne weiteres verleihen, das Eigentum des Kunden aber eben nicht!
Wenn man diesen Fehler im Film nicht bemerkt, dann ist man am Ende womöglich davon überzeugt, dass Banken Geld aus dem Nichts schöpfen können.
Und dabei schien doch alles so logisch!
Aber sonst wäre es ja auch keine gute Propaganda.

frei nach Oeconomicus criticus