Was ist Geld?

Geld ist eine Schuld einer Bank und der Oberbegriff von Buchgeld und Bargeld.

Was ist Buchgeld?

Buchgeld ist eine Schuld, eine Bargeldschuld einer Geschäftsbank oder einer Zentralbank.
Dies zu verstehen, ist der Schlüssel zum Verständnis des Schuldgeldes.
Sehr wahrscheinlich denken Sie, wenn Sie das Wort Geld hören oder lesen, an Bargeld.
Der Geldschein in der Brieftasche, die Münzen im Kleingeldfach.
Das ist für Sie Geld.
Und tatsächlich haben Sie damit auch recht.
Allerdings gehört zum Oberbegriff Geld nicht nur das (Bar-) Geld, sondern auch das (Buch-) Geld.
Mit dem Ausdruck Buchgeld weiß der Laie meist wenig anzufangen.
Dabei ist es für das Verständnis des Geldsystems enorm wichtig, beide zu kennen, das Bargeld und das Buchgeld.
Was also ist Buchgeld, von dem es ungleich mehr gibt als Bargeld?
Werfen wir dazu einen Blick auf Ihren Kontoauszug, auf dem hoffentlich ein Guthaben ausgewiesen ist.
„Das Wort Guthaben kommt von „etwas zugute haben.
Wenn man etwas zugute hat, muß jemand anderes eine Schuld haben, denn Guthaben können logischerweise nur dann existieren, wenn jemand anderes eine Schuld hat.“ (EC)
Und tatsächlich ist das Guthaben auf Ihrem Konto eine Schuld Ihrer Bank.
Sie haben das Guthaben, Ihre Bank hat die Schuld.
Guthaben und Schuld sind zwei Seiten einer Medaille, die „Buchgeld“ heißt.
Was aber schuldet Ihnen Ihre Bank?
Na was wohl?
Bargeld!
Durch die Gutschrift auf Ihrem Konto bestätigt die Bank, dass Sie Ihnen Bargeld schuldet.
Besonders leicht ist das zu verstehen, wenn Sie Bargeld auf Ihr Konto „einzahlen“.
Die Bank nimmt das von Ihnen eingezahlte Bargeld, und legt es zu dem anderen im Tresor.
Jetzt gehört es der Bank.
Da Sie es der Bank natürlich nicht schenken wollten, bestätigt die Bank Ihnen den Erhalt des Bargeldes, indem Sie die erhaltene Summe Ihrem Konto „gut schreibt“.
Diese Gutschrift ist somit nichts anderes als ein Schuldanerkenntnis der Bank, eine Schuld.
Das Buchgeld auf Ihrem Konto ist eine Bargeldschuld Ihrer Bank.
Schuldgeld.

Was ist Bargeld?

Bargeld ist eine Schuld, ein Schuldschein einer Zentralbank.
Bargeld ist eine verbriefte Forderung einer Geschäftsbank gegen die Zentralbank.

Welche Funktionen hat Geld?

Geld hat Zahlungs-, Tausch- und Wertaufbewahrungsfunktion.
Es dient als Wertmassstab und Recheneinheit.

Wie entsteht Geld?

Geld entsteht grundsätzlich dadurch, dass eine Bank sich bereit erklärt, eine Schuld eines Wirtschaftssubjekts zu übernehmen.
Eine Bank tritt an die Stelle eines Schuldners.
Am Beispiels eines Hauskaufs kann man leicht erkennen, dass die Bank die Schuld des Hauskäufers gegen den Hausverkäufer übernimmt.
Der Hauskäufer schuldet das Geld nun nicht mehr dem Hausverkäufer, sondern der Bank.
Der Hausverkäufer hat sein Guthaben gegenüber der Bank statt gegenüber dem Hauskäufer.
Analoges gilt bei Betriebskrediten. Eine Bank übernimmt die Schuld des Unternehmens gegenüber den Lieferanten. Bei einem Baukredit bezahlt die Bank die Handwerkerrechnungen anstelle des Bauherrn, indem sie seine Schuld übernimmt.
Und so weiter.

Autor: Oeconomicus criticus

Verleihen Banken das Geld ihrer Sparer?

Banken können keine Spargelder verleihen.
Spareinlagen sind Bankpassiva, d.h. Verbindlichkeiten, Schulden der Bank.
Schulden kann man nicht verleihen.
Damit wäre eigentlich alles gesagt.
Zum besseren Verständnis hier das Ganze zum Nachlesen.
Wenn Sie der Bank Bargeld übergeben, dann hat es die Bank.
Da Sie der Bank das Bargeld natürlich nicht zu schenken gedenken, macht sie Ihnen eine Gutschrift auf dem Konto.
Somit haben Sie jetzt eine Forderung gegen die Geschäftsbank auf Bargeld, einen Bargeldanspruch.
Es ist leicht zu verstehen, dass Sie das Bargeld jetzt nicht mehr besitzen, denn Sie haben ja nun den Anspruch gegenüber der Geschäftsbank.
Sonst hätten Sie ja Ihr Geld verdoppelt, wenn Sie zusätzlich zu Ihrem Bargeld noch ein Anrecht auf Bargeld gegen die Geschäftsbank hätten!
Also kann die Geschäftsbank mit dem Bargeld machen, was sie will, denn es ist jetzt ihr Geld geworden.
Sie haben eine Forderung auf Bargeld, ein Guthaben, aber Sie sind nicht mehr Eigentümer dieses Geldes.
Wären Sie Eigentümer dieses Bargeldes, dann hätten Sie es in der Tasche!
Dafür hätten Sie natürlich keine Forderung gegen die Geschäftsbank.
Ist doch völlig logisch, nicht wahr?
Sie werden mir doch nun sicher Recht geben, wenn ich sage, dass das Geld nicht auf dem Sparkonto liegt, sondern das Sparkonto nur eine Forderung auf Geld ist?
Daher ist es für die Bank schlicht unmöglich, Spargelder zu verleihen, denn diese Forderung (= Recht) ist ja ihre Schuld (= Pflicht).
Schulden kann man nicht verleihen.
Oder mit anderen Worten:
Mit der Bargeldeinlage geben Sie der Bank ein Darlehen, einen Kredit.
Würden Sie das Geld hinterlegen, erhielten Sie keinen Zins, sondern müssten Gebühren für die Aufbewahrung des Geldes bezahlen. Dann stünde das Geld natürlich weiterhin in Ihrem Eigentum und es wäre der Bank untersagt, es anderweitig zu verwenden.
Wer in Verkennung dieser unbestreitbaren Tatsachen weiterhin behauptet, dass die Bank unser Spargeld weiterverleiht, der soll bitte erklären, wie sie das denn machen soll?

Autor: Oeconomicus criticus

Ist Geld ein Ding?

Diejenigen, die behaupten, die Bank verleihe das Geld ihrer Kunden, verwechseln Geld (= Forderung) mit einer Sache (= Ding).
Eine Forderung ist aber kein Ding, sondern ein Recht, ein Forderungsrecht!
Dementsprechend ist eine Forderung im Gesetz auch ganz woanders geregelt (Vertragsrecht) als eine Sache (Sachenrecht).
Geld ist das im Geldschein verbriefte Recht, also der auf einem farbig bedruckten Zettel beurkundete Anspruch auf einen Wert, der die Urkunde erst wertvoll macht.
Der Geldschein an sich ist zwar ein Ding, aber ohne das innewohnende Forderungsrecht wertlos.
Ein Geldschein ist nichts anderes als ein Schuldschein einer Zentralbank gegenüber einer Geschäftsbank.
Daher ist es wichtig zu unterscheiden zwischen Geld und Geldschein.
Das Wort Buchgeld stammt davon ab, dass es nicht wie Bargeld verbrieft, sondern nur in der Bankbuchhaltung (Grundbuch, Hauptbuch) vermerkt ist.
Bei Buchgeld gibt es keinen Geldschein, und trotzdem ist es Geld, wie der Name schon sagt, weil es die entscheidende Forderung beinhaltet, die von einer Bank anerkannte Bargeldschuld.
Das verstehen die meisten Menschen intuitiv.
Es käme wohl keinem Normalsterblichen in den Sinn, einen uralten, verfallenen Geldschein noch als Geld zu bezeichnen, weil er weiss, dass der Geldschein keinen Wert, kein Recht mehr innehat und daher kein Geld mehr ist.

Autor: Oeconomicus criticus

Die Kernaufgaben von Banken in Kurzfassung

Eine Geschäftsbank nimmt Vermögenswerte entgegen, die in einer Volkswirtschaft geschaffen wurden, und gibt dafür Schuldanerkennungen (= Buchgeld) heraus.
Eine Zentralbank nimmt von den Geschäftsbanken Vermögenswerte entgegen, die in der Volkswirtschaft geschaffen und den Banken zur Verfügung gestellt wurden zwecks Beschaffung von Buchgeld, und gibt dafür Schuldanerkennungen (= Buchgeld) oder Schuldscheine (= Bargeld) heraus.
Die Bank ist eine Händlerin, die nicht mit Heizöl, Lebensmitteln oder Gartenartikeln handelt, sondern mit Geld.
Fertig und Punkt.

Autor: Oeconomicus criticus

Geld, eine handelbare Quittung?

Bei der sogenannten Geldschöpfung wird langfristig gebundenes Kapital zu Geld gemacht.
Dies geschieht in der Regel nicht durch einen Verkauf, sondern durch Beleihung des Kapitals.
Wie für jede Regel gibt es auch für diese eine Ausnahme.
Die Bank kann Wertpapiere und Wertsachen, wie z.B. Gold oder Immobilien, nicht nur beleihen, sondern auch kaufen.
Dafür stellt sie dann ebenfalls eine Zahlungsverpflichtung aus, also Buchgeld.
In beiden Fällen, Beleihung oder Ankauf, stellt die Bank letztendlich eine Quittung für geleistete Arbeit in Form von Buchgeld aus.
So gesehen, kann man Geld als handelbare Quittung für geleistete Arbeit bezeichnen.

Autor: Oeconomicus criticus

Kredit, Geld und Zins

Oft hört man, dass man für Geld Zins zahlen müsse.
Richtig ist, dass man für Kredit Zins zahlen muss.
Diesen Unterschied zu verstehen, ist elementar wichtig, will man sich nicht heillos verirren.
Nehmen wir ein Beispiel:
Es gibt einen Verkäufer eines Hauses, der sein Haus voll abbezahlt hat.
Als zweites gibt es einen Käufer für dieses Haus.
Der Käufer hat zu wenig Geld, um das Haus zu finanzieren.
Also geht er zur Bank und fragt einen Kredit nach. Die Bank gibt dem statt.
Der Käufer erwirbt das Haus und die Bank zahlt dem Verkäufer den Preis, indem sie ihm das Geld auf seinem Konto gutschreibt.
Dieser Verkäufer zahlt auf dieses Geld garantiert keinen Zins, sondern erhält Zins, denn die Bank schuldet ihm dieses Geld ja.
Der Käufer hingegen hat einen Kredit aufgenommen, also muss er diesen natürlich verzinsen.
Ich hoffe, dass nun jedem, der da ein Wirrwarr durch die Propaganda im Kopf hat, der Fünfziger gefallen ist.
Eigentlich ist es völlig logisch, solange man sich nicht verwirren lässt:
Für Geld erhält man Zins, für Kredit zahlt man Zins.
Ganz einfach.

Autor : Oeconomicus criticus