Persönliche Konsequenzen aus dem Nullzins

Die Auswirkungen, welche die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat, sind sehr umfangreich und betreffen bei weitem nicht nur das Geld.
Wenn es einer Gesellschaft nicht möglich ist, durch Sparen von Geld Vorsorge für die Zukunft zu treffen, weil das Ersparte durch Inflation beständig an Kaufkraft verliert, während ein Ausgleich dieses Kaufkraftverlustes durch eine Verzinsung des Ersparten nicht stattfindet, von einer Vermehrung gar nicht zu reden, dann wird eine solche Gesellschaft Schaden an ihren Grundfesten nehmen.
Wenn Sparen sich nicht mehr lohnt, wenn in den Köpfen der Menschen die Zukunft eine immer kleinere Rolle spielt, dann erodiert eine solche Gesellschaft.
Für den kurzfristig denkenden Politiker mag es ein verständliches Ziel sein, dass die Menschen ihre Ersparnisse verkonsumieren, aus Angst, diese könnten eines Tages gar nichts mehr wert sein.
Nur welche Familienplanung kommt ohne eine gesunde finanzielle Basis aus, welche Gesellschaft ohne Familien, in denen Kinder aufwachsen?
Paradoxer Weise sind die Nullzinsen aber auch und gerade ein Ergebnis des Geldhortens einer immer größer werdenden Anzahl von älteren Menschen.
Während immer mehr von ihnen über immer größere Sparvermögen verfügen, die sie gern verzinst sehen möchten, müssen immer weniger junge Menschen diesen Zins erwirtschaften bzw. sich zu diesem Zweck neu verschulden.
Bereits an diesem kurzen Hinweis wird deutlich, wie weitreichend die Auswirkungen des Nullzinses sind.
Um so drängender ist die Frage, wie der Einzelne sich dem möglichst entziehen kann.
Nun werden Sie nicht erwarten, hier eine für alle und jeden zutreffende Lösung vorzufinden.
Und doch gibt es sie.
Nehmen Sie Geld nicht so wichtig!
Wenn Sie das Schuldgeld verstanden haben, dann wissen Sie, dass nicht Geld Werte schafft, sondern Arbeit.
Es ist eben nicht das Geld, welches den Reichtum, sondern es ist der Reichtum, der das Geld erzeugt bzw. ermöglicht.
Wenn Sie das verstanden haben, können Sie dem, was hier noch genannt werden wird, gelassen entgegen gehen.
Wenn Sie es nicht verstehen, sollten Sie dies nachholen.
Diese Seite hilft Ihnen dabei.
Selbstverständlich kann ich hier nicht viel mehr als eine erste Orientierung geben, ein paar Impulse, die Sie selbst weiterentwickeln und mit Leben ausfüllen müssen.
Hier also in loser Reihenfolge meine persönlichen Konsequenzen, die ich aus der desolaten Verfassung des heutigen Geldsystems gezogen habe:
Wie auch Ihnen bereits empfohlen, nehme ich Geld nicht mehr so wichtig, wie ich es in der Vergangenheit tat.
Das heißt aber mitnichten, mich nicht um mein Geld zu kümmern!
Gerade die bewußte und sehr ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Schuldgeld hat es mir ermöglicht, mir das Geld zum Untertan zu machen, anstatt weiterhin sein Knecht zu sein.
Das allein reicht natürlich nicht, um die anstehenden Probleme zu bewältigen bzw. wollen Sie sicher gern erfahren, zu welchen Lösungsansätzen mein Nachdenken über Geld mich gebracht hat, was die Bewältigung einer möglichen Krise anbetrifft.
Ob Sie meinen Empfehlungen folgen, ist Ihnen überlassen, denn ab sofort übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Geld!
Als erstes sollten Sie sicher stellen, dass nicht mehr als 100.000 Euro pro Kontoinhaber auf einer Bank geparkt sind.
Wenn Sie das Schuldgeld verstanden haben, dann wissen Sie, dass Sie Ihrer Bank einen Kredit geben, wenn Sie bei dieser Geld hinterlegen. Weil natürlich auch Ihre Bank in Schwierigkeiten kommen kann, sollten Sie einer einzelnen Bank nicht mehr als die genannten 100.000 Euro anvertrauen.
Hintergrund dieses Hinweises ist der Umstand, dass die allermeisten Banken einem Sicherungssystem angeschlossen sind, das dafür sorgen soll, dass die Einlagen einer Bank bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunden gesichert sind, im Falle eines Falles der Kunde sein Geld aus diesem Sicherungssystem erhält.
Ich weiß, dass dies für viele Menschen ein Luxusproblem ist und sich der eine oder andere fragen wird, was denn passiert, wenn mehrere Banken in Schwierigkeiten geraten?
Letztere stellen schon mal die richtigen Fragen.
Als Antwort darauf habe ich beschlossen, einer einzelnen Bank deutlich weniger Geld anzuvertrauen, als die angeblich gesicherten 100.000 Euro.
Banken, um dies umsetzen zu können, gibt es mehr als genug.
Ganz wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass (Bar-) Geld nur von der Zentralbank in Verkehr gebracht werden kann, während (Buch-) Geld von jeder Geschäftsbank „erzeugt“ wird.
Sie sollten deshalb einmal darüber nachdenken, welches Geld Sie für das sicherere halten.
Ein kleiner Tip: zuerst gehen die Geschäftsbanken pleite.
Und auch wenn man Ihnen sehr wahrscheinlich schon gehörig Angst davor gemacht hat, Bargeld zu Hause zu lagern:
Wie sagte schon meine Großmutter so schön?
Nur Bares ist Wahres!
Damals wußte ich natürlich noch nicht, wie recht sie damit hatte.
Ach ja, um weniger freundliche Leser nicht auf Ideen zu bringen, sei angemerkt, dass ich persönlich kein Geld und auch keine Edelmetalle in meinem Haus aufbewahre.
Wäre doch ziemlich blöd, das zu tun und darüber im Internet zu schreiben, nicht wahr?
Zurück zu der Frage, wie man in Zeiten des Nullzinses sein Geld vor einem Wertverlust schützt und, wenn möglich, sogar vermehrt.
Spätestens seit selbst die Bildzeitung darüber berichtet, steht Gold wieder im Fokus etlicher Anleger.
Und tatsächlich halte auch ich den Kauf von Gold in Form von Münzen für eine gute Idee.
Nur sollten Sie sich fragen, ob es auch eine gute Idee ist, Gold dann zu kaufen, wenn die Bildzeitung dies empfiehlt?
Ich habe da meine Zweifel und bevorzuge es, mich dann für Gold zu interessieren, wenn mal wieder dessen Untergang in aller Munde ist.
Weil zum Beispiel die Bildzeitung dies berichtet.
Sollten Sie sich für den Kauf von Gold entscheiden, dann bitte nur physisches Gold, wie ich schon schrieb, bevorzuge ich Münzen.
Irgendwelche „Wertpapiere“, mit denen ich den Anspruch auf Gold erwerbe, halte ich persönlich für dummes Zeug, auch wenn es da Ausnahmen gibt.
Dies zu erläutern, sprengt hier den Rahmen.
Eine wichtige Anmerkung zu Gold aber dann doch noch: Oft liest und hört man, Gold sei ein „Krisenmetall“ bzw. eine „Krisenwährung“.
Das halte ich für falsch.
In einer Krise können Sie mit Gold wahrscheinlich nur sehr wenig anfangen.
Gold können Sie nicht essen, und ob diejenigen, die etwas zu essen haben, dieses gegen Gold eintauschen, wäre nicht zum ersten Mal in der Geschichte fraglich.
Deshalb halte ich Gold für ein probates Mittel, Werte über eine Krise hinweg zu retten, nicht aber für eine Lösung, welche durch die Krise hindurch hilft.
Dennoch gehört Gold, zum richtigen Zeitpunkt erworben, unverzichtbar in jede Vorsorgestrategie.
Einige Zentralbanken, darunter die russische und die chinesische, haben in den letzten Monaten ihre Goldbestände massiv aufgestockt, sie werden ihre Gründe haben.
Die bis hier genannten Wertspeicher, nämlich Geld und Gold, eint derzeit ein offenkundiger Nachteil: sie werden nicht verzinst.
Das führt zu der weit verbreiteten Ansicht, Gold zu kaufen und langfristig zu halten, würde sich nicht lohnen.
Hierzu gebe ich zu bedenken, dass Gold seit tausenden von Jahren als Wertspeicher und Zahlungsmittel zuverlässig funktioniert hat.
Und das ist doch auch etwas wert, nicht wahr?
Sollten Sie ungeduldig auf einen Hinweis warten, wie Sie Ihre Ersparnisse auch in diesen merkwürdigen Zeiten gewinnbringend anlegen können, dann will ich Sie nicht länger auf die Folter spannen.
Bevor ich Ihre Neugierde befriedige, werde ich jedoch einen Versuch starten, Sie selbst auf Ideen zu bringen.
Was mit der Frage nach der Quelle des materiellen Reichtums einer modernen Gesellschaft getan sein sollte.
Denn natürlich ist es die Wirtschaft, sind es Unternehmer und Unternehmen, sind es deren Mitarbeiter, die Werte und Wachstum schaffen!
Sie sind es, die das Geld erst möglich machen, indem sie reale Werte erzeugen, welche Banken für die Kreditvergabe unverzichtbar benötigen.
Und so sollten Sie sich fragen, ob es nicht vielleicht Sinn macht, sich an einem oder besser noch mehreren Unternehmen zu beteiligen?
Natürlich macht es Sinn!
Im Jahre 2019 ist es spielend einfach, sich bei einer Onlinebank ein Depot einzurichten, um so Aktien kaufen zu können.
Tips zum Kauf von Aktien kann ich hier unmöglich geben, wie Sie sich denken können.
Ganz ohne eine Denksportaufgabe möchte ich Sie aber auch nicht stehen lassen:
Sie sollten sich die Frage beantworten, was es für Sie bedeutet, dass ein Aktiendepot zum Sondervermögen einer Bank zählt und somit im Falle einer Bankpleite nicht verloren gehen kann.
Das muß an dieser Stelle erst einmal reichen.
Ob ich in Zukunft auch etwas zu Aktien oder zur Börse schreiben werde, entscheide ich in den nächsten Tagen.
Ich mache das davon abhängig, welches Interesse dieser Beitrag hier findet.
Doch zurück zur Frage, wie man in Zeiten des Nullzinses sein Geld retten kann.
Die nach meinem Eindruck in Deutschland populärste Art, dies zu versuchen, ist der Kauf einer Immobilie.
Hierzu habe ich an anderer Stelle schon etwas geschrieben, werde aber später noch einmal näher darauf eingehen.
Abschließend möchte ich Sie mit einer Information konfrontieren, die Ihnen nicht gefallen wird:
Sollten Sie und ich den unvermeidlichen Crash des aktuellen Geldsystems erleben müssen, dann wird das kein Kindergeburtstag sein!
Die Vorstellung, ein solches Szenario unbeschadet zu überstehen, halte ich für naiv.
Völlig unzweifelhaft werden die Verwerfungen riesig, die gesellschaftlichen Auswirkungen so umfangreich sein, dass meine Vorstellungskraft nicht ausreicht, um dies vollständig zu erfassen.
Deshalb lassen Sie uns gemeinsam hoffen, dass all das hier Geschriebene nicht mehr ist als eine hoffentlich gute Unterhaltung für Sie.
Die Untergangssehnsucht, die ich derzeit in Deutschland wahrnehme, ist mir fremd und nicht meine Art, das Leben anzugehen.
Und so bleibt mir nur, Ihnen zu wünschen, dass Sie die hier skizzierten Herausforderungen annehmen und meistern.
Das macht sogar Spaß.