Strafzinsen

In den letzten Tagen und Wochen kommen auch die Medien nicht um das Thema „Finanzkrise“ herum, so gern man die bestehenden Probleme auch ausblendet.
Spätestens seit erste Sparkassen für das Abheben von Bargeld Gebühren verlangen, der Bankkunde also zur Kasse gebeten wird, wenn er anstatt eines Anspruchs gegen die Bank Bargeld besitzen möchte, mehren sich zweifelnde Fragen nach einem tragfähigen Geschäftsmodell der Banken und Sparkassen in Zeiten niedriger Zinsen.
Dabei ist das Ganze noch viel schlimmer, als es selbst die kritischsten Journalisten beschreiben.
Denn anders, als allerorten vermutet und behauptet, sind „Bankguthaben“ eben nicht das auf der Bank „geparkte“ Geld des Kunden.
Bankguthaben sind Schuldanerkenntnisse der Bank, dem Kunden die ausgewiesene Summe Geldes zu schulden und dieses auf Verlangen des Kunden auszuzahlen!
Anders ausgedrückt, stellen die s.g. „Sichtguthaben“ der Bank nichts anderes dar, als einen Schuldschein der Bank.
Wenn jetzt vom Kunden „Negativzinsen“ eingefordert werden, dann wird ein ohnehin merkwürdiges System geradezu absurd.
Der Kunde, welcher sein „gutes“ und „werthaltiges“ Zentralbankgeld, also Bargeld, der Bank übereignet und dafür einen nur begrenzt werthaltigen Schuldschein in Form eines Kontoauszugs erhält, soll jetzt auf sein ohnehin entwertetes Eigentum,  nämlich seinen Anspruch gegen die Bank, auch noch Zinsen zahlen.
Der Gläubiger zahlt seinem Schuldner Zinsen, weil dieser so nett ist, ihm Geld zu schulden.
Gibt es einen eindrucksvolleren Beweis dafür, dass die Mehrheit der Menschen nicht einmal im Ansatz verstanden hat, was Geld eigentlich ist, und worin das Wesen des Schuldgeldsystems besteht?