Das Märchen vom Bitcoin

Nicht zuletzt deshalb, weil ich ihn für einen Betrug halte, habe ich mich mit dem Bitcoin noch nicht sehr intensiv auseinander gesetzt.
Auch hier brachten die Erläuterungen von Oeconomicus criticus Struktur in mein Denken.
Und bestätigten meine Einschätzung.

Auszug aus einem Forum

Unbekannter Forist: „Die Buchhaltung von Bitcoins führt das Distributed Ledger. Jeder volle Teilnehmer hat alle Bitcoin Transaktionen. Jeder neue Block von einem Miner wird von allen Teilnehmern überprüft (mathematisch). Falls eine Mehrheit der Teilnehmer diese Überprüfung vernehmlassen, gilt es als gültiger Block und wird in die Liste der Blöcke (Blockchain) aufgenommen. Speziell zu erwähnen ist, dass in der Blockchain es nur Debit Transaktionen gibt. Kredit ist nicht.“
Oeconomicus criticus: „Und das soll dann eine Buchhaltung sein?
Eine Buchhaltung zeigt Aktiven und Passiven, Aufwand und Ertrag. Eine Milchbüchleinrechnung zeigt Ausgaben und Einnahmen.
Die „Buchhaltung“ der Bitcoin zeigt demnach nur, wieviele Bitcoin in einer speziellen Wallet sind. Kurz: Wieviele Bits man im/in der Wallet hat.
Blockchain Hero sagt dazu: „Natürlich gibt es aber einige Möglichkeiten, die Daten wieder in Bargeld zu verwandeln. Allerdings kann der Bitcoin Besitzer nicht einfach in eine Wechselstube oder Bank gehen, um die Cyberwährung in Bargeld zu tauschen, denn dort wird diese Währung nicht akzeptiert. Bitcoin umwandeln funktioniert also nur im Internet auf sogenannten Tauschbörsen.“
Kurzum: Bitcoin sind kein Guthaben, sondern einfach nur Bits.
Bargeld ist immer ein Guthaben. Banken können dagegen bei der Zentralbank Aktiven einlösen. Buchgeld ist ein Guthaben, gegen das der Besitzer bei einer Bank Bargeld einlösen kann. Geld ist also immer ein Guthaben, mit dem jemand seine Schulden begleichen kann. Geld ist also immer eine Forderung. Bitcoin aber sind eben gerade keine Forderung. Somit sind Bitcoin kein Geld, sondern einfach nur Zahlen, an die man eben glaubt – oder halt auch nicht.
Vor ein paar hundert Jahren hatte man wenigstens noch eine Tulpenzwiebel in der Hand und glaubte, dass diese den ganzen Bauernhof wert sei… Heute haben einige den Glauben im Kopf, dass die Bits in ihrem Computer Tausende Wert seien. In Anlehnung dazu möchte ich nur noch gerne Goethe – der, wohlverstanden, von Geld nicht allzu viel verstand – leicht abgewandelt zitieren:
„Zu wissen sei es jedem, der’s begehrt: Dies‘ Bit hier ist tausend Euro wert. Ihm liegt gesichert, als gewisses Pfand, Unzahl vergrabnen Guts im Kaiserland. Nun ist gesorgt, damit der reiche Schatz, Sogleich gehoben, diene zum Ersatz.“ Gröööööööööl.

Ich bin je länger desto mehr der Meinung, dass die Leute je länger desto mehr verblöden…

„Bits werden aktiviert, sind also keine Guthaben resp. Forderungen des Inhabers, sondern einfach nur Ziffern im Computer. Guthaben resp. Forderungen des Inhabers sind immer Passiven resp. Schulden seines „Geschäftspartners“, aber niemals Aktiven, denn nur wenn mir jemand etwas schuldet, kann ich auch etwas zugut haben. Der Rest der Bilanz der Miner wird mit Aktiven und Passiven, also, wenn man so will, mit „richtigem“ (Schuld-)Geld finanziert. Diejenigen, die an diese Bits im Computer glauben, kaufen sie dann wiederum mit „richtigem“ Geld ab oder erwerben sie gegen Herausgabe von handfesten Gütern oder Dienstleistungen. Wenn ich also diese Bits kaufen würde, ginge aus meiner Bilanz auf der Minusaktivseite richtiges Geld hinaus und dann stünden auf der Aktivseite diese Bits, welche kein Gegenüber haben, sondern einfach nur alleinstehende Bits, stellvertretende Ziffern und Zahlen im Computer sind. Nun, jeder darf etwas einen Wert zumessen, ob er dann einen anderen findet, der diese Bits als Wert erachtet und sie an Zahlungs statt nimmt, ist eine andere Frage. Wert liegt immer im Auge des Betrachters. Einzelne Tulpenzwiebeln erreichten vor einigen Jahrhunderten in Holland den Wert eines ganzen Bauernhofs. Das Ende der Geschichte ist bekannt. Glauben macht bekanntlich selig und den Letzten beissen die Hunde.“