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@Jürg Mettler

Guten Abend Herr Mettler,

Nun nehme ich mir kurz Zeit, um auf Ihren Beitrag kurz Punkt für Punkt eingehen (obwohl ich alles schon x-mal hier geschrieben habe):

Erstens:

Sie schreiben:

„Franken, Euro und all die anderen Fiat-Währungen besitzen ebenfalls keinen sogenannt intrinsischen, in sich liegenden Wert, ausser dass Regierungen sie als legales Zahlungsmittel deklariert haben.“

Zitat Ende

Nein.

Es gibt keine „Fiat-Währungen“. Diese gehören ins Reich der Märchen. Genauso wie „Helikoptergeld“. Warum?

„Fiat“ bedeutet „es werde“ – abgeleitet aus der Schöpfungsgeschichte: „Es werde Licht“.

Also übertragen: „Es werde Geld“. Und dieses Geld sei Geld, ganz einfach, weil die Regierungen das befehlen.

Nein. So funktioniert Geldschöpfung nicht.

Geld kann nur entstehen, wenn die Geldemittentin dafür als Gegenwert einen Vermögenswert in ihre Bilanz aufnimmt, die für den Wert des Geldes garantiert.

Weder Franken noch Euro sind „Fiat-Währungen“. Der Franken entsteht durch Übernehmen von Devisen in der Bilanz der SNB. Der Euro durch Übernahmen von europäischen Staatsanleihen.

Die SNB darf nicht Geld emittieren gegen Nichts. Darf Herr Jordan durch die Bahnhofstrasse gehen und Banknoten in Umlauf bringen, indem der diese links und rechts gratis verteilt? Nein.

Konklusion. Der Franken ist nicht Fiat-Geld.

Zweitens:

Sie schreiben:

„Der faire Wert der Fiat-Währungen kann anhand der Kaufkraftparität miteinander verglichen werden.“

Nein. Auch das stimmt nicht. Habe ich hier in zahlreichen Beiträgen schon vielmals erklärt:

Die Kaufkraftparitätentheorie ist in sich unhaltbar. Warum?

Angenommen, ein Hamburger kostet in Dollar berechnet in der Schweiz 10 Prozent mehr als in den USA.

Gemäss Kaufkraftparitätentheorie bedeutet das, dass der Franken 10 Prozent zu hoch bewertet ist gegenüber dem Dollar und deshalb um 10 Prozent fallen muss.

Was bedeutet es aber, wenn der Franken um 10 Prozent fällt? Es bedeutet, dass der Hamburger in der Schweiz 10 Prozent teurer wird und der Dollar auch.

Das heisst: Der US-Amerikaner kann jetzt mit seinem Dollar den Franken um 10 Prozent günstiger einkaufen – dafür muss er für den Hamburger in Franken berechnet 10 Prozent mehr bezahlen. Das gleicht sich aus.

Aus diesem Beispiel ist ersichtlich, dass die Kaufkraftparitätentheorie ein Unsinn ist. Man kann nicht vom Wert eines Gutes in einer ausländischen Währung auf den Wert der inländischen Währungen einen Rückschluss ziehen.

Drittens:

Doch. Sie können vom Wert des Bitcoins ganz leicht auf die Inflation einen Rückschluss ziehen: Wenn der Bitcoin in seinem Wert sich halbiert, so verdoppelt sich das Preisniveau in Bitcoins berechnet.

Viertens:

Doch. Ein Diamant hat auch als Schmuckstück einen Nutzen. Zudem in der Industrie als Bohrkopf.

Ein Bitcoin hat keinen Nutzen. Ausser die Hoffnung auf einen Gewinn. Bleibt dieser aus, wird ein Bitcoin uninteressant und wertlos. Es ist also nur eine Spekulation auf einen Gewinn.

Fünftens:

Doch. Es wird neuere und bessere Formeln geben für neue „Kryptowährungen“. Da gibt es keine Limite. Deshalb wird die Seltenheit von Bitcoins unbedeutend. Genauso wie es neue Tulpenzwiebeln gegeben hat, welche den Preis der überbewerteten einbrechen liess.

Sechstens:

Bitcoins können in keiner Weise mit Gold verglichen werden: „Es gibt praktisch keine Substitute für Geld (ev. Silber). Für Bitcoins wird es unlimitiert immer neue Substitute geben.

Zudem: Gold hat einen Wert in der Industrie und als Schmuck. Bitcoins nicht.

Siebtens:

Die Quantitätsgleichung des Geldes habe ich hier schon mehrmals widerlegt. Ganz einfach:

Der Geldmarkt unterliegt in einer Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage. Bei einer Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts und oben steigt die Geldmenge bei steigendem Geldwert, d.h. fallender Inflation. Bei einer Verschiebung er Angebotskurve nach rechts steigt die Geldmenge bei fallendem Geldwert bzw. steigender Inflation.

Damit ist die Quantitätsgleichung des Geldes ein für alle Mal widerlegt.

Aber wahrscheinlich muss das zuerst die Bank of England mir hier abschreiben, wie sie es bei der Geldschöpfung der Banken auch schon getan hat (Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung) bis man den Irrtum erkennt.

Und dann werden die SNB-Trolle hier behaupten, man habe das schon immer gewusst – wie bei der Geldschöpfung der Banken.

Ich verehre den grossen Kopernikus sehr. Aber hier lag er falsch. Wie auch Irving Fisher oder der kleine Milton Friedman.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch kurz erklären, warum Bitcoins langfristig keinen Wert haben können:

Bei der Emission von Geld durch die SNB beispielsweise entsteht Fremdkapital der SNB. Geld ist somit ein Anrecht auf das Vermögen der SNB.

Bei der Emission von Bitcoins entsteht Eigenkapital für den Emittenten. Der Bitcoin ist somit seines Wertes beraubt. Der Emittent hat den Wert bereits abgeschöpft.

Freundliche Grüsse

Marc Meyer