Am Anfang war die Schuld

„Ich habe nichts zum Anziehen!“
Es war Eva, die den Stein ins Rollen brachte.
„Ja wie geil ist das denn?“, wird Adam sich gedacht haben.
Gesagt hat er etwas anders.
„Fass doch mal einem nackten Mann in die Tasche!“
So treffend dies sein Problem auch beschrieb, anzunehmen, die Sache hätte sich damit erledigt, war bestenfalls naiv.
Denn wer wollte daran zweifeln, dass Adam schon kurze Zeit später Geld rausrücken wollte, um endlich seine Ruhe zu haben?
Dumm nur, dass er gar kein Geld hatte, das er Eva hätte in die Hand drücken können, um seine Ruhe zu haben!  Und so wird er sich nach einer Möglichkeit umgesehen haben, wie er das benötigte Geld beschaffen könnte.
Da Banken grundsätzlich an den besten Plätzen zu finden sind, kann es gar nicht anders gewesen sein, als dass die erste Bank der Welt direkt am Eingang des Paradieses zu finden war, auch wenn Adam das natürlich für den Ausgang hielt.
Das ersparte ihm lange Wege, was gut für seine Ruhe, aber schlecht für seine Unschuld war.
Zuerst einmal stand aber ein ganz anderes Problem im Raum.
Weil ja niemand ahnte, dass die beiden zu Äpfeln nicht Nein sagen konnten, war die Bank auf diesen Moment überhaupt nicht vorbereitet und hatte gar kein Geld!
Nur gut, dass Adam das nicht wusste!
Sonst wäre er wohl kaum voller Tatendrang in die Bank gegangen, um sein Geldproblem zu lösen.
Dort wiederum wird man sein Kommen mit großer Freude zur Kenntnis genommen haben.
Wobei die Frage berechtigt ist, woher derjenige, der sich hätte freuen können, eigentlich kam.
Aber jetzt, wo wir uns entschlossen haben, an das Paradies und an Adam und Eva zu glauben, sollte es uns nicht schwerfallen, uns den ersten Bankangestellten der Welt vorzustellen.
Wie auch immer:
In Nullkommanix wurde dem ersten verzweifelten Mann der Welt ein Konto eingerichtet, dessen Anfangsbestand, wie kann es anders sein, Null war.
Da Eva mit Null Geld aber auch nur Null Klamotten hätte kaufen können, räumte die bis dahin völlig mittellose Bank Adam sehr gern einen Kredit ein und nannte das Ganze „Dispositionskredit“.
Weil ein nackter Kunde auch damals kein besonders guter Kunde war, wird dieser erste Kredit sicher nicht sehr hoch gewesen sein. Auch wenn Adam seine zukünftigen Einkünfte der Bank als Sicherheit für den Kredit überschrieb, mehr als 100 Paradies dürfte man ihm nicht kaum gegeben haben.
Dennoch war das Ergebnis dieses ersten Bankkredites der Welt kein anderes, als es das noch heute ist, tagtäglich und überall auf der Welt.
Adam hatte mit nur wenigen Kreuzen unter noch weniger Verträgen 100 Paradies Kredit, also Schulden bei der Bank, die Bank hatte plötzlich ein Guthaben von 100 Paradies bei Adam und zusätzlich die Abtretung seiner zukünftigen Einkommen als Sicherheit für den Kredit.
Dass die Bank für den Kredit Zinsen einforderte, soll der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt bleiben.
Woher Adam diese Zinsen eigentlich würde nehmen sollen?
Immerhin gab es das dafür benötigte Geld ja erst einmal gar nicht!
Nur gut, dass Adam auch das nicht wußte. Und gut, dass sich das später klären würde.
Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass Adam vorerst ein sehr glücklicher Mann war, jetzt, da Eva endlich Ruhe geben würde.
Warum sich dies dann sehr schnell ändern sollte, also das mit der Ruhe und das mit dem Glücklichsein, auch darum geht es hier.