Immobilienkauf – riskant in Zeiten niedriger Zinsen

In einem meiner ersten Beiträge wies ich auf die Unwägbarkeiten beim Kauf einer Immobilie hin, insbesondere vor dem Hintergrund der weitverbreiteten Ansicht, Geldinflation würde einer Entschuldung entgegen kommen, weshalb niedrige Zinsen zum Kauf einer Immobilie genutzt werden sollten. Einen ganz entscheidenden Denkansatz zur Beurteilung der Käufersituation hatte ich dabei übersehen und hole dies hiermit nach. Anlass ist ein Beitrag in den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.
Darin stellt der Autor die Frage, wie sich steigende Zinsen auf Immobilienwerte auswirken können und dies in der Regel auch tun.
Seine Beispielrechung macht deutlich, auf welch dünnem Eis sich Käufer einer Wohnimmobilie bewegen, wenn das Zinsniveau als wesentlicher Aspekt der Kaufpreisfindung ausgeblendet wird.
Vereinfacht ausgedrückt weist der Autor zu Recht darauf hin, dass Immobilien sich als Anlageobjekt im Wettbewerb mit anderen Anlageformen wie z.B. Aktien und Staatsanleihen befinden. Werfen Letztgenannte oder auch nicht genannte Anlageformen höhere Renditen ab, als Immobilien dies tun, wandert Kapital von den Immobilien ab, die Preise sinken unter Umständen drastisch!
Unerschrockene Immobilienkäufer werden dem vermutlich mit dem Argument entgegen treten, dass ein solches Ablageprodukt mit höheren Renditen, als Immobilien sie erwirtschaften, derzeit nicht in Sicht ist, was zweifelsfrei auch richtig ist.
Nur ist die Frage erlaubt, wie lange in einem inzwischen völlig überregulierten Markt mit deutlichen Anzeichen von Verzweiflung ein solches Produkt auszuschließen ist?
Was, wenn die Preise von Wohnimmobilien dann auf breiter Front einbrechen?
Werden die Banken die als Sicherheit hinterlegten Immobilien, deren Werthaltigkeit womöglich drastisch gesunken ist, als ausreichend akzeptieren, oder, wie durchaus üblich, Sicherheiten nachfordern?
Wie auch immer: Immobilienkäufe in Zeiten niedriger Zinsen sind risikoreicher, als es die Mehrzahl der Käufer wahrnehmen dürfte.