Angst

De Maiziere warnt vor Terroranschlag noch im November!
Während Haiti die Cholera wütet, während in Afghanistan deutsche Soldaten sterben, während scheinbar der gesamte westeuropäische Währungsraum in einer nie da gewesenen Krise steckt, bittet der deutsche Innenminister seine Mitbürger um Achtsamkeit, was herumstehende Taschen anbetrifft.
Könnte ja eine Bombe sein!
Ach ja, hysterisch solle deshalb aber auch niemand werden, fügte er hinzu.
Mich erinnert das an einen Blogbeitrag, den ich schon vor Jahren schrieb, der aber an Aktualität nie verloren hat.

Am 03.08.2004 hatte ich folgenden Beitrag auf unsere damalige Seite gestellt.

Schon gemerkt? Die Angst geht um!
Hier die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, dort die Angst vorm Briefkasten, der wohl wieder einmal nur Rechnungen und Mahnungen enthält.
Hier die Angst vor Kriminalität, dort die Angst, beim Kauf einer Ware nicht den günstigsten Preis bezahlt zu haben.
Hier die Angst vor aggressiven Autofahrern ( gleichzeitig Angst vor “Flitzer- Blitzern”…), dort die Angst vor Spätaussiedlern, die, wie jeder weiß, nur so heißen, in Wirklichkeit aber Russen oder Ukrainer sind und früher einmal “Freunde” waren.
Hier die Angst vor “amerikanischen Verhältnissen”, (die so gut wie niemand wirklich kennt, aber jeder zu kennen meint, und die natürlich kein Politiker, der in Deutschland gewählt werden will, dem Volk zumuten möchte), dort die Angst mit 45 überflüssig zu sein.
Die Angst ist immer und überall mit dabei.
Angesichts von heute mindestens 30 Millionen Obdachlosen in Bangladesh (es gibt Meldungen, die von 65 Millionen sprechen!), von mindestens 50 000 Ermordeten im Sudan, von tausenden Opfern im Irak, in Afghanistan und in anderen Krisenregionen dieser Welt, angesichts von Millionen Aidskranken in Südafrika, von verhungernden Kindern überall auf der Welt ist die Frage erlaubt:
Wovor, verflucht noch einmal, haben wir Deutschen eigentlich Angst?
Wissen wir im tiefsten Inneren vielleicht ganz genau, daß ein Pfund Kaffee nur deshalb weniger als 4 Euro kostet, weil die Ärmsten der Welt ihn für uns pflücken?
Wissen wir nicht alle, daß das Spielzeug bei Mc. Donalds nur deshalb einem Fleischklops beigelegt werden kann, weil Strafgefangene in China es unter unmenschlichen Umständen produzieren?
Haben wir also Angst vor der Erkenntnis, daß unser Reichtum auf der Armut der anderen beruht? Haben wir Angst vor deren Aufbegehren?
Ein Kilo Bananen aus Südamerika für 48 Cent, ein Kilo Kirschen aus Deutschland für 3 Euro – will wirklich niemand wissen, daß so etwas nicht mit (ge)rechten Dingen zugehen kann?
Mit jedem Tag, an dem die Informiertheit der dritten Welt über unser maßloses Leben zunimmt, haben wir allen Grund, Angst zu haben.
Nur genau davor ängstigt sich scheinbar niemand. Zu groß die arrogante Sicht der sog. “ersten Welt”, der eigene Wohlstand beruhe einzig auf der eigenen Leistung…
Und doch ängstigen wir uns fast zu Tode!
Killerviren töten, Krebs tötet, Rauchen tötet, Essen macht dick (und tötet), Autofahren ist gefährlich (und tötet), Legionellen im Trinkwasser (tödlich), Magersucht und Homosexualität (selbstverständlich tödlich), Kannibalismus (zumindest für einen tödlich), Flüchtlinge aus Schwarz -Afrika (Reihenfolge zufällig) und, schlimmer geht es nimmer, Erhöhung der GEZ- Gebühren – wie soll man das alles aushalten?
Warum ist das so? Woher kommt diese Angst, wer ist ihr “Erfinder”?
Mir scheint, unsere permanente Angst ist politisch gewollt.
Menschen, die sich ängstigen, nehmen ihr Leben nicht in die Hand, sind nicht aktiv, sind nicht MÜNDIG.
Sie geben die eigene Verantwortung nur zu gerne an andere ab, mit Vorliebe an den Staat.
Ich habe nicht den Eindruck, daß dieser irgend etwas daran ändern möchte – im Gegenteil:
Angst machen, Unsicherheit verbreiten, unausgegorene, mitunter dümmliche Parolen in Umlauf bringen – das ist Futter für die Angst der Menschen, Futter, das reichlich verabreicht wird.
Viele profitieren davon:
– Unternehmer, denen ängstliche Arbeiter allemal lieber sind, als selbstbewußte (mit Ausnahme der klugen Unternehmer…)
– Gewerkschaften, die sich ja ach so gern der Ängste ihrer Mitglieder annehmen und davon Paläste an die Spree bauen (76 Millionen Euro hat der Neubau der Verdi- Zentrale in Berlin gekostet)
– Politiker, deren Existenz mitunter einzig und allein den Ängsten des Volkes zu verdanken ist ( jeder Arbeiter zahlt in die Arbeitslosenversicherung ein – mitunter Jahrzehnte lang – um dann für ein Jahr mehr oder weniger “abgesichert” zu sein – macht das Sinn?)
Angst ist ein Feind der Demokratie, ist vielleicht sogar DER Feind der Demokratie – ein ängstlicher Mensch ist nicht aktives Mitglied einer demokratischen Ordnung!
Insofern ist jeder Politiker, der Angst schürt, anstatt Hoffnung und Zuversicht zu verbreiten, ein Sargnagel für die Demokratie eines Landes.
Was hat die permanente Angst vor Al Kaida (was ist das eigentlich?), was haben Teppichmesser in Flugzeugen, was haben Islamisten in Hamburg mit meinem Leben zu tun?
Muß ich Aids fürchten, bringt Cholesterin mich um oder doch der bekiffte Nachbar?
Auch ich muß aufpassen, daß ich nicht ängstlich werde. Die täglichen Einflüsterungen der Medien, bezahlt und kontrolliert von den Profiteuren der Angst, sind allgegenwärtig.
All dies lähmt mich, macht mich krank, stiehlt mir Lebenskraft.
Ich werde dies nicht länger zulassen.
Ich werde, und die Wernigeröder Ferienhäuser (www.wernigerode-ferienhaus.de) sind Ausdruck dieser Überzeugung, mir täglich bewußt machen, welche unglaubliche Chance ich bekam, als ich als Deutscher geboren wurde. Ich werde diese Chance unablässig nutzen, werde dafür arbeiten.
Kein Politiker und kein Funktionär dieser Welt wird mir meine Überzeugung nehmen, auf der Sonnenseite des Lebens zu wohnen, solange ich die Verantwortung für das, was mit mir passiert, in die eigenen Hände nehmen kann.
Noch ist das in Deutschland möglich – auch wenn das Heer der Angstmacher dies gern ändern würde…
“Wir müssen unseren Teil der Verantwortung für das, was geschieht, und für das, was unterbleibt, aus der öffentlichen Hand in die eigenen Hände zurücknehmen.”
(Erich Kästner)